Der Mäusebussard und Sperber sind hier als Beispiele für typische Vertreter der Hakenschnabelgruppe aufgeführt. Die Beine und Zehen des Mäusebussards sind kräftig und besitzen spitze Krallen. Bei Grifftöter, wie den Sperbern, sind die Beine sehr lang und die Krallen besonders lang und spitz (unteres Bild).
Vertreter der Löffelschnabelgruppe und der Fischfressergruppe besitzen in der Regel Schwimmhäute zwischen den Zehen. Diese sind unterschiedlich ausgeprägt und bei einzelnen Arten modifiziert. Die Krallen sind recht kurz, aber Vorsicht, dennoch scharfkantig und können bei Abwehrreaktionen zu Verletzungen beim Finder führen.
Vögel mit sehr langen, oftmals schlanken Beinen gehören der Gruppe der Sondierschnäbler an. Die langen Beine ermöglichen die Nahrungssuche auf sumpfigen oder moorastigen Böden und in flachen Gewässern, ohne dass das Gefieder verschmutzt wird. Somit ist eine Flucht oder das Fortsetzen der Nahrungssuche an einem anderen Ort durch Fliegen jederzeit möglich.
Vögel der Meißelschnabelgruppe (exklusive des Dreizehenspechts) besitzen vier Zehen, von denen jeweils zwei nach vorne- und zwei nach hinten gerichtet sind. Durch diese spezifische Anordnung der Zehen ist ein perfekter Halt an Baumrinden oder ähnlichem gewährleistet. Somit können die Vertreter dieser Gruppe viel Kraft bei der "Meißelarbeit" aufwenden, ohne abzustürzen. Die gleichzeitige Suche nach Insekten mit der langen und mit Widerhaken bestückten Zunge ist somit problemlos möglich.
Vögel der Pinzetten-, Kompakt- und Allesfresserschnabelgruppen besitzen mehrheitlich vier Zehe bei denen drei nach vorne und eine nach hinten gerichtet ist. Die Beine und Zehen bei kleinen Vertretern dieser Gruppen sind sehr filigran und im Vergleich zum Körper nicht übermäßig lang. Die Vertreter der Allesfresserschnabelgruppe sind deutlich größer und somit erscheinen die Beine und Zehen kräftiger und länger.
Vertreter der Spezialistenschnabelgruppe sind durch ihre sehr kleinen, zarten und kurzen Beine zu identifizieren. Bei Mauerseglern wirken die Beine und Zehenglider zurückgebildet. Da diese Vögel den Großteil ihres Lebens in der Luft verbringen, ihre Beute aus der Luft fangen, sogar im Flug trinken und teilweise schlafen, benötigen sie ihre Füße relativ selten. Lediglich, um in der Balz- und Brutzeit ein Nest zu bauen und sich daran festzuhalten, sind die Beinchen von Nöten.Die hier dargestellten Vögel der einzelnen Schnabelgruppen umfassen einen begrenzten Teil der in Deutschland vorkommenden Vogelarten. Es wird kein Anspruch auf Vollständigkeit erhoben. Ziel der Einteilung ist es, über die Form des Schnabels eine schnelle Bestimmung typischer Vertreter dieser Schnabelgruppen zu ermöglichen und aufgrund der Ableitung über die Schnabelform auch Vögel, welche nicht aufgelistet sind, einer dieser Gruppe zuordnen zu können, denn in den meisten Fällen ist es möglich, über die Schnabelform Hinweise auf die Ernährungsweise dieser Vögel zu erlangen.
Für weitere Vogelbestimmungen eignet sich die einschlägige Literatur, die NABU APP „Vogelwelt“ oder Google Lens.
Ein herzlicher Dank für die freundliche Genehmigung Bilder und Videos aufnehmen zu dürfen, geht an folgende Personen und Institutionen:
Wildtier- und Artenschutzstation Sachsenhagen, Tierpark Zittau, Naturschutz - Tierpark Görlitz, Wildpark Poing, Münchner Tierpark Hellabrunn, Wildpark Bad Mergentheim, Zoo Augsburg, Vogelpark Olching, Falkenhof Rosenburg, Wildpark Feldkirch (Österreich), Otterzentrum- Aktion Fischotterschutz, Zoo Osnabrück, Biotopwildpark Anholter Schweiz, Tierschutzverein München e.V., Auffangstation für Eulen und Greifvögel Wilhelm Holzer, Falknerei Schreyer, Jagdschutz und Jägerverein Landsberg am Lech e.V.